Schlagwörter

, , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Bei einer Radtour stieß ich auf einer Kreuzung im Brandholz (Bietigheim) auf die Stele des Neptuns, des achten Planeten unseres Sonnensystems.

neptunDie Stele des Jupiters am Eingang zum Seeschloss Monrepos war mir seit Jahren bekannt.

 

Aber nun war meine Neugier geweckt. Wo waren die anderen Planeten? Vage erinnerte ich mich, dass sie zwischen dem Favoritepark, der nördlich des Ludwisburger Residenzschlosses liegt und der Domäne Monrepos in der schmalen Allee angesiedelt sind. Ein beliebter Spazierweg, den ich früher, als ich in Tamm wohnte, oft gegangen war. Also fuhr ich zur PH Ludwigsburg, parkte mein Auto und machte mich auf den Weg. Schnell fand ich linker Hand des Weges die Sonne.

Nach ein paar Metern stieß ich auf Merkur und kurz danach auf die Venus.

Auch die Erde und der Mars waren nicht weit.

Der Weg zum Jupiter entsprach ungefähr der bisher zurückgelegten Strecke.

SONY DSCAber wo war der Saturn und Uranus? Gott sei Dank stand neben Jupiter eine Tafel mit der Wegebeschreibung zu den weiter entfernteren Planeten. Es ging durch die Domäne Monrepos mit seinem Seeschloss, dem 5 Sterne-Hotel, den Gebäuden des Weingutes, des Golfclubs und des Reitvereins.

Noch vor dem 2006 fertiggestellten Autobahnübergang für die Golfer fand ich den Saturn. Auf der anderen Seite des Hügels und in Sichtweite des Weilers Wilhelmshof war Uranus.

Nach einem steilen Anstieg und der Überquerung der Landesstraße in Bietigheim kam ich im Brandholz zu dem mir schon bekannten Neptun. Von dort folgte ich dem als Planetenweg bezeichneten Waldweg und stand dann vor einem Industriegebiet. Dort kehrte ich um. Wo war Pluto?

Pluto galt lange Zeit als der am weitesten von der Sonne entfernte Planet. August 2006 wurde Pluto der Status als Planet entzogen.  Ein wichtiger Grund hierfür ist, dass Pluto eventuell nicht das größte Objekt des Kuipergürtels ist. Wie auch immer, ich wollte die Stele finden. kuiperguertelEine Freundin gab mir den entscheidenden Hinweis. „Er befindet sich im Bietigheimer Forst am dritten Parkplatz von Bietigheim nach Ingersheim.“  Und genau da fand ich ihn auch!

Nun blickte ich mit Staunen zurück nach Ludwigsburg. Welch eine gigantische Entfernung und wie nahe unsere Erde der Sonne ist!  Da tauchte der Titel eines Buches in mir auf, das ich damals, in den 70er Jahren, als die Raumfahrt das alles beherrschende Thema war, verschlungen. Es war von Oriana Fallaci, einer florentinischen Schriftstellerin und hieß „Wenn die Sonne stirbt…“ und wurde geschrieben, als die Menschheit dachte, sie stünde am Aufbruch zum Flug zu den Sternen und landete doch nur auf dem Mond. Bereits die Entfernung zum Mars ist für Menschen zu weit und sinnlos, da der Mars nicht bewohnt werden kann. Trotzdem handelt die Menschheit so, als hätte sie noch einige Erden in Reserve. Dabei werden wir, wenn die Sonne stirbt, auch sterben… Aber, wenn ich mich recht erinnere, sind es noch vier Milliarden Jahre bis dahin.

Ich hätte es einfacher gehabt, wenn ich das Material zum Planetenweg vorher und nicht nachher studiert hätte. Auch Pluto hätte ich gefunden. Der Spruch eines Bekannten klingt mir in den Ohren „wer lesen kann, ist eindeutig im Vorteil…“  Ja, ja, ja…

Die Geschichte des Planetenweges

Die Idee, die Dimension unseres Sonnensystems in der Landschaft darzustellen, hatten 2003 Schüler des Ludwigsburger Goethe-Gymnasiums mit ihrem Professor V. Froer.  ( Froer – Planetenweg. )

Die Grüne Nachbarschaft, bestehend aus Bietigheim-Bissingen, Freiberg am Neckar, Ingersheim, Ludwigsburg, Remseck und Tamm hat diese außergewöhnliche Idee aufgegriffen und den Verlauf des Planetenweges erarbeitet.

Professor Bushoff entwarf zusammen mit seinen Studenten der PH Ludwigsburg Plastiken (Stelen), die an den einzelnen Planeten-Stationen aufgestellt werden und einen künstlerischen Bezug zur Mythologie der Planeten herstellen.

Die Blindenstudienanstalt Marburg lieferte die Bronzetafeln, auf welchen kurze Erläuterungen über die Planeten informieren. Der Text liegt auch in Blindenschrift vor.

Die Fachabteilung Metallbau im Berufsschulzentrum Bietigheim-Bissingen fertigte in ihren Werkstätten die Gestelle für die Bronzetafeln nach Entwürfen, die von den Berufsschülern gestaltet wurden.

Aus der Distanz zwischen Sonne und dem Zwergplaneten Pluto leitet sich die Länge des Planetenweges ab. Die Entfernung zwischen den beiden Himmelskörpern beträgt sechs Milliarden Kilometer. Bei einem Maßstab von eins zu einer Milliarde ergibt das somit eine Streckenlänge von insgesamt rund sechs Kilometern. Das heißt 1 Millimeter im Gelände entsprechen 1000 Kilometer im All.

Wissenswertes und Lageplan des Planetenweges

 

 

 

Advertisements