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Doron

Who the fuck is Kafka, Lizzie  Doron,

übersetzt von Mirjam Pressler

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe :02.2015
  • Aktuelle Ausgabe :02.2015
  • Verlag :DTV
  • ISBN:9783423260473
  • Flexibler Einband240 Seiten

Lizzie Doron (hebräisch ‏ליזי דורון‎‎; * 1953 in Tel Aviv) ist eine in Tel Aviv lebende israelische Schriftstellerin. Die Tochter einer Holocaustüberlebenden ist durch ihre autobiographisch geprägten Bücher bekannt geworden.

Inhalt:

Auf einer Friedenskonferenz in Rom lernen sich 2009 Lizzi Doron  und Nadim kennen, Er plant schon bald, einen Film über sie zu drehen, von dem sich später herausstellen wird, dass es ihm nur um die Darstellung seines eigenen Schicksals und das seines Volkes geht. Sie möchte in einem Buch sein Leben erzählen, noch besser verstehen, was das Leben eines Palästinensers mit israelischem Pass ausmacht. Natürlich hofft sie dabei auch immer, Nadim ihre eigene Geschichte zu erzählen, doch sie stößt dabei immer auf Widerstände und Desinteresse. So ist sie zum Beispiel erschüttert, dass Nadim nicht weiß, wer Dr. Mengele war und muss lernen, dass Nadim schon bei der Erwähnung der Wortes „Holocaust“ dicht macht. Dennoch gibt sie nicht auf. Ihr Beispiel, so hofft nicht nur sie, sondern auch die Aktivistin Maria, die die Konferenz in Rom organisiert hat und ihre Projekte begeistert unterstützt (wobei für sie Täter und Opfer klar definiert sind in diesem schon ewig anmutenden Konflikt), könnte ein Beispiel dafür sein, wie Frieden möglich wäre.
Als Israelin, die einen persönlichen Schutzraum in ihrer Wohnung hat, ist Lizzie überzeugt, dass die militärische Macht und ihr Einsatz notwendig sind, um den schnellen Tod Israels und seiner jüdischen Bevölkerung zu verhindern.

Es ist eine verzweifelte Zwickmühle, die da mit großer literarischer Kunst beschrieben wird. Die zunehmende Radikalisierung und Fundamentalisierung der jüdischen Ultraorthodoxen wird nicht verschwiegen und stellt in der Zukunft sicher eine ähnlich schwere Bedrohung für den inneren Zusammenhalt Israels dar, wie der Hass der unterdrückten Palästinenser und der Hamas.

REZENSION:

Dieses Buch hat mich beeindruckt. Im Gegensatz zu dem Buch „das Schweigen meiner Mutter“, das ich gegen Ende nur noch quergelesen habe. In dieser Erzählung einer schwierigen Beziehung, ist trotz aller Sympathie und dem Versuch das Leben von Nadim erträglicher zu machen, sein Scheitern vorprogrammiert. Eingezwängt zwischen Straßensperren und Schikanen der israelischen Behörden, fasst er zwar immer wieder Mut und versucht seinen Traum, einen Film über Lizzi Doron zu drehen, zu leben. Am Ende erscheint ihr Buch über ihn im Ausland und in Gaza und Israel wird weiter geschossen.

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