Schlagwörter

, , , , , ,

Lizzi Doron

DAS SCHWEIGEN MEINER MUTTER

Das Schweigen meiner Mutter

  • Verlag : Deutscher Taschenbuch Verlag
  • ISBN: B00QW4GIDQ Ebook
  • 138 Seiten
  • Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler,

AUS WIKIPEDIA über die Autorin Lizzie Doron

(hebräisch ‏ליזי דורון‎‎; * 1953 in Tel Aviv) ist eine in Tel Aviv lebende israelische Schriftstellerin.

Leben und Werk

Lizzie Doron wuchs in einem Viertel am südlichen Stadtrand von Tel Aviv auf in einer jiddisch sprechenden Gemeinde, in der sich Überlebende der Shoa angesiedelt hatten und dem Viertel mit der Pflanzung zahlreicher Bäume und Büsche ein bis heute prägendes, grünes Bild gaben. Doron verließ den Stadtteil mit 18 Jahren, um als Kibbuznik auf den Golanhöhen zu leben, „weit weg, um die Welt und die unstillbare Traurigkeit der Menschen zu vergessen, die von ‚dort‘ gekommen waren“. Anschließend studierte sie Linguistik.

Ihre Mutter starb 1990. Als Lizzie Dorons Tochter wissen wollte, woher sie komme, stellte sie fest, dass sie viele Fragen nicht beantworten konnte. Daraus sei ihr Buch Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen?entstanden. Es erschien 1998 in Israel und 2004 in deutscher Übersetzung von Mirjam Pressler. Das Buch ist eine Hommage an die Mutter, welches in einzelnen Geschichten ein Bild der Mutter zeichnet und damit das Bild der Generation derer geschaffen hat, die die Shoa überlebten und in Israel Fuß zu fassen suchten. Das Buch zählt inzwischen in Israel zur Schullektüre.

Ihr zweites Buch, Hajitah po pa’am Mischpacha, ist in Deutschland 2010 unter dem Titel „Es war einmal eine Familie“ erschienen. Es entstand als Andenken an sieben Mitschüler, die 1973 im Jom-Kippur Krieg getötet wurden. Der dritte Roman, Ruhige Zeiten, erschien 2004 in deutscher Übersetzung wieder von Mirjam Pressler 2005. Auch er hat autobiographische Züge und beschreibt das Leben in dem Viertel von Tel Aviv, in dem sie selbst aufgewachsen ist, er setzt sich noch einmal mit der Generation der Holocaust-Überlebenden auseinander. Für diesen Roman wurde sie 2003 mit dem von Yad Vashem vergebenen Buchmann-Preis ausgezeichnet.

In ihrem ebenfalls autobiographisch fundierten Roman Ve jom echad od nipagesch von 2009 (dt. Das Schweigen meiner Mutter, 2011) erzählt sie von einer Frau, die herauszufinden versucht, warum sie vaterlos aufwuchs.

Lizzie Doron besticht durch eine kühle, klare Sprache, die dem unglaublichen Leid und der gleichzeitig großen Kraft der Menschen, das Leben „danach“ zu leben, adäquat ist, die Gefühlswelt der Protagonisten in ergreifender Weise still und nachdrücklich transportiert.

2007 erhielt Lizzie Doron den Jeanette Schocken Preis.

Werke

  • 1998: Lama lo bat lifne ha-milchama?. – Tel Aviv: Chalonot. – Deutsche Übersetzung: Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen? / Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler, Jüdischer Verlag, Frankfurt/Main 2004. ISBN 3-633-54199-3
  • 2002: Hajitah po pa’am mischpacha. – Jerusalem: Keter. – Deutsche Übersetzung: Es war einmal eine Familie. Roman / Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler, Jüdischer Verlag, Frankfurt/Main 2009. ISBN 978-3-633-54235-2
  • 2003: Jamim schel scheket. – Jerusalem: Keter. – Deutsche Übersetzung: Ruhige Zeiten. Roman / Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler, Jüdischer Verlag, Frankfurt/Main 2005. ISBN 3-633-54218-3
  • 2007: Hatchala schel maschehu jafe. – Jerusalem: Keter. – Deutsche Übersetzung: Der Anfang von etwas Schönem. Roman / Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler, Jüdischer Verlag, Frankfurt/Main 2007. ISBN 978-3-633-54227-7
  • 2009: Ve jom echad od nipagesch. – Jerusalem: Keter. – Deutsche Übersetzung: Das Schweigen meiner Mutter. Roman / Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler, dtvpremium, München 2011. ISBN 978-3-423-24895-2
  • Februar 2015: Who the fuck is Kafka. Roman. München: dtv premium. Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler. ISBN 978-3-423-26047-3Die deutsche Ausgabe ist die erste weltweit. Auf Hebräisch ist der Band noch nicht erschienen[1]

Meine Meinung: Alisa trifft sich mit ihrer Freundin Dorit aus Kindertagen nur zu Beerdigungen, an drei Tagen des Jahres, anschließend gehen sie ins Kino, ein Ritual. Sonst haben sie keinen Kontakt mehr. Das ändert sich erst, als Dorits Tante Fejge stirbt und Dorit Alisa bittet, sie zu besuchen. So betritt sie wieder das Viertel, in dem sie aufgewachsen ist, in dem sie mit ihrer Mutter gelebt hat und wo sie meint, jeden gut gekannt zu haben. Im Laufe des Geschehens erfährt sie, dass sie nur das gesehen hat, was man sie sehen lassen wollte. Ihre Fragen waren gefürchtet, denn sie hat ihr Leben lang ihren Vater gesucht und sich viele Rollen ausgedacht, die ihn hinderten, zu ihr zu kommen. Das ganze Viertel hat die Wahrheit gekannt, aber ihre Mutter wollte nur, dass sie das weiß, was sie nicht belastet.

„Arme Helena, dieses Kind ist wirklich eine Plage“, murmelte Fejge, was Alisa hörte.

Die Geschichte spielt in der Gründerzeit  des Staates Israel und alle Familien des Viertels sind vom Holocaust traumatisiert. L. Doron zeichnet ein lebendiges Geschehen mit einer alltäglichen starken Sprache. Ich sah sofort das stetl, begleitete Alisa und Dorit durch ihre Kindheit, bis zu ihrer Heirat. Stand verständnislos vor Helena, Alisas Mutter, die fast nur schwieg und Kräuter hackte, außer wenn sie zur Verteidigung ihrer Tochter Wutanfälle bekam. Da bewunderte ich sie.

Letztendlich erfuhr Alisa das Geheimnis, das um ihre Geburt gemacht wurde und das war gut so. Ich finde, Wahrheit, auch wenn sie weh tut, ist immer leichter zu verarbeiten, als Geheimnisse, die sich aufbauschen und ein lebenslanger Schatten sein können.

**** Sterne

Advertisements