Ein Manuskript bei Create Space und Kindle Direct Publishing veröffentlichen

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Zuerst muss das Manuskript, in diesem Fall ein Reisebericht über Albanien, fertig und auf Rechtschreibung überprüft sein. Das ist logischerweise der allererste Schritt und dauert je nachdem Wochen oder Monate. Nun habe ich in den letzten zwei Jahren bereits eBooks  bei Kindle Direct Publishing (KDP) und Taschenbücher bei Create Space veröffentlicht. Immer ohne Probleme. Diesmal befinden sich allerdings beim Taschenbuch 50 Farbfotos auf 102 Seiten.

Bei Create Space kann man ein Word-Dokument oder ein PDF einreichen, auch andere Versionen sind möglich. Anfangs gibt man ein paar Daten, wie Titel, Autor usw. ein und dann lädt man die Datei, in meinem Fall eine docx-Datei hoch. Klick und dann dauert es einige Zeit und noch ein bisschen länger – dann wird der Bildschirm hell und da steht: Wir haben 4 Fehler in Ihrer Datei gefunden und in rot „Laden Sie eine andere Datei hoch.“ Ich öffne die Word-Datei und erschrecke, einige Fotos haben ihren Platz verlassen und sich irgendwo dazwischen geschoben. Dabei habe ich alle, wirklich alle, auf ihrer Position verankert. Nachdem ich die Fotos wieder an ihre Plätze verwiesen habe, speichere ich es halt als PDF ab, denke ich. Geht bei Word doch ganz einfach. Ich klicke auf „speichern als PDF“ und der Laptop arbeitet und arbeitet. Schließlich ist das PDF fertig und entsetzt stelle ich beim Öffnen fest, dass zwar alle Plätze für die Fotos mit einem Rechteck markiert, aber keine Bilder zu sehen sind. Vorsichtshalber wiederhole ich das Manöver noch zwei Mal, aber das Ergebnis ist immer dasselbe!

Jetzt brauche ich eine Pause und einen Kaffee, am besten zwei! Zurück am Laptop, suche ich bei Google nach einer Lösung. Ehrlich gesagt, kann ich mir ein Leben ohne Google und YouTube nicht mehr vorstellen. Nach einer halben Stunde, in der ich viele verwirrende, komplizierte Tipps gelesen habe, ich bin doch kein IT Experte,  stoße ich auf die Aussage eines Typen, der erklärt, er benutze immer nur Adobe Acrobat. Alle, die er kenne, täten es auch, und solche Probleme kenne er überhaupt nicht. Na, das ist doch ein Wort, denke ich mir und lade das Programm herunter. Natürlich die Testversion für 14 Tage, schließlich brauche ich nur ein PDF! Gesagt, getan. Das PDF sieht einwandfrei aus und ich lade es bei Create Space hoch. Dann dauert es wieder ziemlich lange und ich erhalte dieselbe Meldung wie beim Word-Dokument. 4 Fehler und ich soll die Richtlinien studieren. Das tue ich  auch, finde aber keinen Hinweis, was ich falsch gemacht habe. Schließlich wende ich mich per Mail an den Support. Von dort bekomme ich die Antwort, dass ich eine Nummer in Deutschland anrufen soll. Was ich aber in dem Moment nicht will.

Ich beschließe, zuerst einmal das eBook bei KDP hochzuladen. Dazu brauche ich keine Viertelstunde. Sie wollen nur das nach ihren Richtlinien veränderte Word-Dokument und ein JPEG Cover. Dann werde ich gefragt, ob ich auch eine Taschenbuch-Version veröffentlichen möchte. Aber natürlich, genau das will ich doch. Ich lade also wieder frohen Mutes mein PDF hoch und nach 15 Minuten teilt mir KDP mit, dass Sie einige Fehler feststellen mussten. Im Gegensatz zu Create Space zeigen sie mir aber in einer Randspalte die Beanstandungen an und obwohl ich zuerst etwas erschrocken bin, ist es gar nicht so schlimm.

Da ich im Gegensatz zu meinen vorherigen Büchern in den letzten zwei Jahren diesmal keine Fußnoten habe, habe ich die Fußzeile auf Null gesetzt. Dementsprechend tiefer ist die Seitenzahl gerutscht und befindet sich damit im Beschnittbereich. Zusätzlich sind einige Fotos markiert, da sie zu wenige Pixel aufweisen. Das sind Ausschnitte meiner Fotos. Ich muss nur den Ausschnittsbereich ändern. Natürlich ist es nötig wegen der Seitenhöhe das komplette Manuskript durchzugehen, Fotos zu verschieben usw. Dann reicht es mir. Ich brauche einen Tag Pause. Die Adobe Testversion läuft erst in 12 Tagen ab. Ich habe also Zeit.

Das Spiel geht weiter. Ich erstelle in neues PDF und lade es hoch. Diesmal werden die bei einem automatisch erstellten Inhaltsverzeichnis vom PC benutzten Tasten beanstandet, sowie weitere Fotos, die bei der ersten Prüfung nicht dabei waren. Gut, dann werde ich die Nummerierung eben selbst vornehmen. Auch die paar Fotos tausche ich aus. Dann beanstanden Sie die Metadaten, das sind u. a. der Titel, der Autor, die ISBN Nummer. Ich schaue und vergleiche und schüttle den Kopf: „Was soll denn da falsch sein? Kein Tippfehler, alles genauso wie vorgegeben.“ Ich ignoriere den Hinweis, denn diesmal wird auch der Buchumschlag bemängelt. Ich hatte mich sowieso schon gewundert, dass er beim ersten Mal sofort vollkommen perfekt sein sollte.

Als erstes sind es lt. KPD nur 290 statt der nötigen 300 dpi, was mir unverständlich ist, denn das Bild hat 350 dpi. Aber KDP schlägt mir gleich eine Lösung vor. Ich soll das Bild etwas verkleinern, aber natürlich nicht über den Beschnitt hinaus. Ist ja klar. Ich glaube, die halten mich jetzt für ein bisschen dämlich. Das Buch, oder soll ich sagen Büchlein mit seinen 102 Seiten hat einen Buchrücken von 6 mm. Ein Ausrufezeichen in einem roten Dreieck weist mich darauf hin, dass ich die Schrift auf dem Buchrücken verkleinern soll. Die Mindestgröße, die KPD anbietet ist 8 mm. Dass das nicht passen kann, ist doch klar. Aber wie kann ich Ihnen klar machen, dass ich dann auf den Buchrückentext verzichte? Das Verrückte ist, dass der Buchrücken mit dem Titelfeld verknüpft ist. Ich habe mir einen netten Titel ausgedacht „… unterwegs in Albanien“. Sobald ich den Titel eingebe, erscheint das rote Dreieck mit dem Ausrufezeichen „Schriftgröße verkleinern.“ Das Dümmste ist, dass ich die Schrift auf dem Buchrücken wegen ihrer Winzigkeit gar nicht sehen kann. Ich raufe mir die Haare und bin bereit alles hinzuschmeißen. Wen interessiert schon ein Reisebericht über Albanien! Ich mache einen Spaziergang. Mit Regenschirm!

Letzter Versuch. Ich öffne die Coverdatei und gebe den Titel ein. Sofort erscheint wie gehabt das rote Dreieck. Jetzt habe ich einen genialen Einfall. Ich vergrößere die Schrift auf 36, damit ich die Wörter sehen kann und lösche sie mit Entf. Auch der Titel verschwindet. Noch einmal. Diesmal entferne ich den Buchrückentext mit Backspace bis er leer ist. Oh Wunder, der Titel ist noch da, das Dreieck auch, aber das ignoriere ich jetzt. Ich lade erneut eine Druckvorschau und gehe in der Zwischenzeit fernsehen, vielleicht beruhigt das die Nerven. Als ich zurückkomme, habe ich wieder eine Meldung über Fehler, aber das Cover haben sie akzeptiert. Es sind immer noch die Metadaten. Ich starre auf den Bildschirm, ich füge eine Buchbeschreibung hinzu, was auch beanstandet wurde und vergleiche und vergleiche. Endlich sehe ich es. Es sind die drei Punkte, die mir so wichtig sind und im Titel, bei dem ewigen Hin und Her verschwunden sind. Aber ich rühre den Titel nicht mehr an und verändere die Buchdetails.

Ich weiß, dass dieser Blog nicht für diesen Beitrag geeignet ist, aber er ist seit einem Jahr mein Hauptblog. Mein Blog „Books of Reality“ ist fest eingeschlafen. Ich werde ihn wohl für diesen Beitrag aus dem Tiefschlaf holen.

Über Rückmeldungen, ob Euch solche Beiträge überhaupt interessieren, würde ich mich freuen.

Eure Irmgard

PS: Bei Amazon gibt es unter dem Stichwort „Albanien“ 65 Seiten. Nach der 8. Seite habe ich aufgegeben meine Bücher zu suchen. Unter den Tags: Albanien, Mietwagen oder Albanien UNESCO Kulturerbe oder Albanien Rundreise sind sie ganz schnell zu finden. Viel Spaß.

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